Energiepreise unterliegen starken Schwankungen mit der Tendenz in naher Zukunft exponentiell zu steigen. Der Gedanke an alternativen bzw. regenerativen Energiequellen manifestiert sich seit geraumer Zeit in den Köpfen der Einwohner der Bundesrepublik Deutschland.
Einzelprojekte wie Solar, Photovoltaik oder Erdwärme sind nur schwer in Eigenleistung zu realisieren und darüber hinaus mit sehr hohen Kosten verbunden. Die Energieversorgung muss heute und auch in Zukunft wirtschaftlich und im Einklang mit der Umwelt stehen. Es liegt deshalb nahe, bereits vorhandene Energiequellen zu nutzen.
Die bereits vorhandene Biogasanlage im Industriegebiet Döllnitz wurde unabhängig von diesen Vorhaben geplant und in Betrieb genommen. Die thermische Energie, welche beim Energiegewinnungsprozess zwangsläufig entsteht, wurde über eine Kühlanlage ungenutzt abgeführt. Eine Nutzung dieser Energie lag auch im Interesse des Betreibers und führte von der Planung zur Realisierung dieses Projekts.
Ein Projekt in dieser Größenordnung ist nur mit einer großen Anzahl von Mitwirkenden realisierbar. Die Interessenten der Ortschaft Döllnitz informierten sich durch mehrere Informationsabende über die möglichen Kosten und Nutzen einer Fernwärmeleitung. Darüber hinaus war es allen Interessent möglich eine bereits im Regelbetrieb befindliche Biogasanlage mit angeschlossenem Fernwärmenetz in der Ortschaft Guttentau zu besichtigen. Mit dieser Besichtigung wurden die letzten Bedenken ausgeräumt und die Mindestanzahl an Interessenten erklärte die Bereitschaft sich an der Planungs-, wie auch Bauphase aktiv zu beteiligen.
Die Kosten dieses Projekts waren nur durch eine Berechnung des Leitungsherstellers sowie Angebote mehrerer Baufirmen abschätzbar. Die Rohrweitenberechnung übernahm die Firma Rehau, welche zugleich ein Angebot für alle benötigten Materialien ausstellte. Die Angebote der örtlichen Baufirmen überstiegen bei weiten die spätere Wirtschaftlichkeit des Netzes. Somit war die einzig mögliche Alternative einen Großteil der Erdarbeiten in Eigenleistung zu tätigen. Bei diesem Vorhaben unterstützte uns ein Baggerunternehmen mit entsprechender Ausstattung.
Die weitere Planung übernahm der technische Leiter Herr Bernhard Neumann, welcher durch seinen Beruf als Heizungsbauer über das nötige Knowhow und Erfahrungen verfügt. Die Planung der möglichen Trassen erfolgte in enger Abstimmung mit der Verwaltung der Stadt Pressath. Aufgrund dieser Tatsache konnte ein Großteil der Fernwärmeleitung unterhalb öffentlicher Grünflächen schnell und ohne Komplikationen verlegt werden.
Die Wärmeleitung Döllnitz GbR setzte für die Erdarbeiten einen Zeitraum von 14 Tagen fest, welcher mit der Lieferung der Leitungen durch die Firma Rehau begann. Für die spezielle Verbindungstechnik, wie auch das allgemeine Verlegen von Fernwärmeleitungen wurden alle Interessenten durch einen Mitarbeiter der Firma Rehau ausgiebig geschult.
Wie bereits die Erdarbeiten, wurden der Großteil der Hausanschlüsse ebenfalls in Eigenleistung eingerichtet und geprüft. Nach einer ausgiebigen Prüfung auf Belastbar- und Dichtheit wurde das Fernwärmenetz im November 2009 in Betrieb genommen und an die erforderliche Verteilung der Wärme laufend angepasst.
Über das Leitungsnetz sind bis zum heutigen Datum ca. 9000 KW an thermischer Energie übertragen worden. Dies entspricht einem Verbrauch von umgerechnet 5000 Litern an Heizöl. Eine zusätzliche Beheizung der Gebäude, selbst bei äußerst niedrigen Temperaturen ist keinesfalls notwendig. Da eine Ausfallsicherheit nicht Gegenstand des Wärmelieferungsvertrages ist, wurde in jedes Gebäude die bereits vorhandene Heizung als Notfallsystem eingegliedert. Durch diesen Schritt kann im Falle eines Ausfalles der Biogasanlage das entsprechende Gebäude mit der bestehenden Heizung ausreichend beheizt werden.
Wie bereits vorher erwähnt ist die Lieferung der Wärme vertraglich mit Herrn Alfons Hösl vereinbart. Die vorgesehene Lieferzeit beträgt 18 Jahre und für diesen Zeitraum ist die Abnahme dieser Energie für die Empfänger kostenlos. Nach Ablauf dieses Zeitraums kann und wird über eine mögliche Vergütung für Herrn Alfons Hösl neu verhandelt. Laut dem Hersteller der Leitungen ist mit einer Mindesthaltbarkeit von weit über 25 Jahre zu rechnen.
Die Biogasanlage befindet sich im Industriegebiet Döllnitz und ist somit folglich über eine Hauptleitung (jeweils Vor und Rücklauf) mit dem Fernwärmenetz der Ortschaft verbunden. Der erforderliche Durchmesser der beiden „UNO“-Leitungen beläuft sich auf DN65 (75x 6,8) mit einer Gesamtlänge von 410 Meter und ist für eine Übertragung von 205 KW ausgelegt. Um auch bei dem Transport der Wärme Energie zu sparen, wurde auf eine Pumpe mit aktiver Regelung gesetzt. Mit dieser Technologie ist es möglich nur die wirklich benötigte Menge an Energie an die Haushalte zu liefern und den Stromverbrauch drastisch zu senken.
Die ersten Hausanschlüsse befinden sich an den Gebäuden mit der Hausnummer x und x, welche direkt an die Hauptleitung angeschlossen sind. Für die Überquerung der Straße wurde aus Kostengründen auf eine Spülung/Bohrung verzichtet und kurzzeitig geöffnet und anschließend wieder geschlossen. Die erforderlichen Teerarbeiten werden durch die Wärmeleitung Döllnitz GbR in den kommenden Wochen übernommen.
Der Energiebedarf für das Gebäude der Familie Gepard schlägt mit 15 KW zu Buche, aufgrund der Größe des Gebäudes von Familie Georg Hösl wurde ein Energiebedarf von 20 KW ermittelt. Als Rechnungsgrundlage dienten hierzu die Angaben über die erzeuge Wärmeleistung der bereits vorhandenen Heizeinrichtung.
Über die Verlängerung der Haupttrasse in die Ortsmitte von Döllnitz wurden die Haushalte der Familie Neumann und Schüppel, wie auch das im Jahr 2009 erbaute Gemeinschaftshaus angeschlossen. Die Kosten für dieses Gemeinschaftshaus trägt die Wärmeleitung Döllnitz GbR und somit die Gesellschafter. Die Energieversorgung wird für dieses Gebäude auch in Zukunft kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Energiebedarf beträgt jeweils 15 KW.
Ein Teilabschnitt versorgt nun das Gebäude der Familie Zulles, wie auch das Haus des Betreibers der Biogasanlage Herrn Alfons Hösl mit 15 KW bzw. 20 KW. Die Verlegung der Leitung erfolgte ausschließlich über privaten Grund. Die Nutzung dieser Leitung wurde ebenfalls vertraglich festgelegt. Insofern eine spätere Berechnung weitere Möglichkeiten sieht zusätzliche Gebäude anzuschließen, werden die Gesellschafter über diese Option entscheiden. Dies gilt natürlich für alle Abschnitte.
Der längste Teilabschnitt durchquert den Grund der Familie Krügel und Dummler und versorgt den Abschnitt 6 mit einer ausreichenden Menge an Energie. Die durch Baumaßnahmen gezeichneten Grundstücke wurden durch die Wärmeleitung Döllnitz GbR wieder instand gesetzt. Eine Besonderheit betrifft die beiden Gebäude der Familie Krügel, welche bereits vor Baubeginn über eine kombinierte Heizung verfügten. Durch diese Tatsache wurde diese Kombination als ein Gebäude gewertet. Der Energiebedarf beläuft sich auf 20 KW. Darüber hinaus wird die Familie Päckert ebenfalls mit 15 KW versorgt.
Der letzte Abschnitt verläuft an der Hauptstraße entlang und versorgt das Anwesen Markus Neumann sowie das Baugeschäft Neumann, das Haus der Familie Ackermann und Familie Bernhard Neumann. Um Kosten zu sparen erfolgte die Verlegung der Leitung unter einen Nebengebäude von Herrn Markus Neumann. Die Wärmeleitung Döllnitz GbR stellte nach den abgeschlossenen Baumaßnahmen die Wege und Grünflächen in den Ursprungszustand wieder her.
Um das Risiko dieses Bauvorhabens zu minimieren wurde durch die 12 Parteien eine Gesellschaft des bürgerlichen Rechts mit dem Name „Wärmeleitung Döllnitz GbR“ gegründet. Als 1. Vorstand wurde Peter Ackermann, 2. Vorstand Markus Neumann und Schriftführer/Kassier Johannes Krügel bestimmt. Die Gesellschafter sind zu gleichen Teilen stimmberechtigt.
Die Gründung erfolgte durch einen Vertrag am 06.08.2009











