Vor einigen Tagen hielt Prof. Dr. Fritz-Dieter Doenitz an der Fach- und Berufsoberschule in Weiden einen Vortrag über Solar und Photovoltaik. Da die Ortschaft Döllnitz von zwei überdimensionierten Freiflächen-Photovoltaikanlagen sozusagen “eingekesselt” ist, schlug dieser Vortrag bzw. die dazu gehörige Berichterstattung in der lokalen Zeitung “Der Neue Tag” bei einigen Bewohnern der Ortschaft Döllnitz auf offene Ohren.
Energie-Mix der Zukunft
Für unsere Region und speziell der EU prognostiziert der Solarpreisträger 2004 einen Energie-Mix aus folgenden Quellen:
- Isländischer Geothermie
- Skandinavischer Wasserkraft
- Windkraft aus Küstenregionen
- Photovoltaik aus dem spanischen Raum
- Solarthermische Kraftwerke (“Strom aus der Wüste”)
Photovoltaik unzuverlässig
Besonders hob Herr Prof. Doenitz hervor, dass die zukünftige Technik für Solarthermie aus der Region komme und für das Selbstbewusstsein von Oberpfälzern und Franken natürlich sehr nützlich sei. Er sieht aber auch ein Problem bei Windkraft und Solarzellen, denn eine verlässliche Quelle sieht bezüglich ihrer Verfügbarkeit in seinen und unseren Augen anders aus. Wie bereits mehrfach an Entscheidungsträgen und Befürwortern aus Politik und Wirtschaft von uns herangetragen, gibt es derzeit keine vernünftige und vor allem effiziente Speichertechnik um mögliche Engpässe bei Nacht, schlechter Sonneneinstrahlung und Windlage entgegenzuwirken. Der Grundbedarf kann nicht aus solchen Energiequellen gedeckt werden und somit kann ebenfalls dies keine Kompensation für die aktuelle Abschaltung von Atomkraftwerken sein.
Solarthermie ohne wenn und aber
Freiflächen-Photovoltaikanlagen schneiden im Vergleich zur Solarthermie deutlich schlechter ab, denn der Wirkungsgrad ist mit ca. 5% wesentlich niedriger und somit uneffizient. Darüber hinaus kann ein von ihm favorisierte solarthermische Anlage den Strom deutlich billiger produzieren und vor allem unkompliziert speichern und bei Bedarf wieder in das Netz einspeisen. Die Zukunft der Energieversorgung hat somit einen Namen “Solarthermie”.
Südeuropa, optimal für Photovoltaik
Generell sieht er Südeuropa (Südspanien), den Mittleren und Nahen Osten als optimalen Standort für Photovoltaik, Solar und solarthermische Anlagen. In diesem Bereich sei “das solare Potenzial nahezu unbegrenzt” und somit “haben wir viel mehr geeignete Flächen als für eine ausreichende Versorgung nötig ist”. Warum müssen nun mit aller Gewalt und Konsequenzen für unsere Region Freiflächen-Photovoltaikanlagen und Windkraftwerke aus dem Boden gestampft werden, nur um die Profitgier einiger weniger zu befriedigen? Der ökologische Aspekt hat definitiv nur bei den wenigsten dazu geführt, eine solche Anlage zu installieren bzw. zu betreiben. Unterm Strich werden die Strompreiserhöhungen durch diese “Stromerzeuger” vom Endverbraucher getragen.
Entsorgung fraglich
Da die Entsorgungsfrage bis jetzt noch nicht zu 100% geklärt ist und vermutet wird, dass die Region auf den “alten” Anlagen und deren Entsorgung sitzen bleibt, hört man vom Referenten gerne, dass seine geplanten solarthermischen Kraftwerke einfach zurückgebaut und entsorgt werden können. “Die traditionelle Technik ist unreif, weil die Entsorgung nicht gelöst ist” so der Professor und Solarpreisträger.
Quelle: Oberpfalznetz.de











