Strom und Streit im Überfluss

Döllnitzer sauer über genehmigte Photovoltaik-Anlage im Industriegebiet – Klage denkbar

„Hintergangen“ und „alleingelassen“: Solche Worte fallen derzeit, wenn die Döllnitzer über die Stadt Pressath sprechen. Grund für die dicke Luft ist eine Photovoltaik-Anlage im Industriegebiet „Am Heidweg“. Stadtrat und Landratsamt haben das Projekt abgesegnet. Die Anlieger denken daran beim Bayerischen Verwaltungsgericht Klage gegen die Genehmigung einzureichen.(Einsprüche haben heutzutage leider keinerlei Wirkung)

Die Döllnitzer betonen, dass sie grundsätzlich nichts gegen regenerative Energie haben. Das Projekt vor ihren Haustüren sei jedoch mehr als übertrieben. Freie Gewerbeflächen, auf denen Arbeitsplätze entstehen könnten, würden auf mehrere Jahrzehnte hinaus blockiert.(eine Halle bietet Fläche für Photovoltaik oder Solar und darüber hinaus noch die Möglichkeit einer sinnvollen Nutzung durch Firmen, welche Arbeitsplätze schaffen) Bereits bei der Bürgerversammlung im Mai hatte der Döllnitzer Bernhard Neumann seinem Ärger Luft gemacht, weil er Nachteile für die Nahwärmegesellschaft befürchtet. Diese versorgt die Anwesen mit Wärme, die in einem Biokraftwerk entsteht. Nun rechnen die Mitglieder damit, dass bei Stromspitzen der  neuen Photovoltaik-Anlage das Biomassekraftwerk, das Landwirt Alfons Hösl betreibt, abgeschaltet werden muss.(diese Anlage war zuerst hier und nutzt selbstverständlich besser die gewonnene Energie. Es wurden weit über 30 000 Liter Heizöl bis jetzt eingespart.)

Die Gesellschafter berufen sich dabei auf die Eon. Das Unternehmen bezeichne dieses Vorgehen als gängige Praxis, um eine Stromüberversorgung zu verhindern. Aufgrund dieser Tatsache könne die Wärmeversorgung nicht mehr gewährleistet werden. Darüber hinaus verursache bereits ein einmaliges Abschalten unter Umständen mehrere tausend Euro Schaden an der Anlage.(aktueller Vorfall hat dies bestätigt)

Die damals in der Bürgerversammlung vorgebrachten Argumente der Döllnitzer fanden bei Bürgermeister Konrad Merkl und den Stadträten kein Gehör.„Wir wurden bei der Gründung der Nahwärmegesellschaft von Bürgermeister Merkl als Energiedorf gelobt, nun werden unsere Investitionen regelrecht kaputt gemacht“, so Neumann(die Aussage spiegelt die Meinung des Dorfes wieder). „Das Dorf fühlt sich verraten und verkauft. Und das nur, weil die Stadt sich ein paar Euro an Pachteinnahmen erhofft“, beschreibt er die Stimmung unter den Einwohnern.

Bereits vor der Bürgerversammlung habe das Rathaus versucht, durch ein Rundschreiben die Döllnitzer zu beruhigen und von der Bürgerversammlung fernzuhalten, vermuten die Betroffenen. Sie hätten sich vorab ein Gespräch mit der Stadtverwaltung und dem Investor
erhofft, welches aber nie stattgefunden habe. „Wenn die Gemeindeverwaltung ein bisschen Interesse an der Ortschaft Döllnitz hat, sollte sie bald eine Zusammenkunft aller Betroffenen und des Investors einberufen“, lautet die Forderung.(in sämtlichen Gemeinden werden solche Gespräche durchgeführt, jedoch bei uns nicht! Wird vermutlich erklären warum bei den anderen Gemeinden solche Anlagen immer verhindert werden konnten)

Besonders sauer stößt den Döllnitzern die Aussage von Bürgermeister Konrad Merkl auf, dass sie froh sein sollten, dass kein Atomkraftwerk gebaut werde. Die bisher genehmigten Anlagen im Industriegebiet sind flächenmäßig annähernd so groß wie die Ortschaft selbst. Die Döllnitzer betonen jedoch, dass sie gegen die Photovoltaik-Anlage der Genossenschaft „Neue Energien West“ die ebenfalls im Industriegebiet(ebenfalls ein Streitpunkt) entstanden ist, keine (außerordentlichen) Einwände haben. Lediglich die neue, 4,5 Hektar große Anlage, die das Unternehmen Mpv-Projekt aus dem oberfränkischen Ebermannstadt plant, stört die Döllnitzer gewaltig. Außerdem gebe es bereits Gerüchte über eine dritte Anlage.

„Wir werden von den Photovoltaik-Anlagen umzingelt. Das schmälert auch den Wert unserer Grundstücke“, sagen die Döllnitzer. Kein Mensch wolle ein solches „Kollektoren-Ghetto“ anschauen. „Wenn die Anlage im Blickfeld einer Pressather Wohnsiedlung geplant wäre, hätte es sicher keine Zustimmung im Stadtrat gegeben“, vermuten sie. Letztendlich werde der Investor weder Arbeitsplätze(selbst die Firma, welche für Neue Energien West eG baut, setzt auf polnische Fachkräfte. 9 von 10 Autos trugen ausländische Kennzeichen. Soviel zum Thema “Aus der Region für die Region”…) schaffen, noch Gewerbesteuer und Anschlusskosten für ein erschlossenes Gewerbegebiet abführen. Der Gewinn der Anlage entstehe auf den Rücken der Döllnitzer, der Verwaltungsgemeinschaft und des Landschaftsbildes.

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Kategorie: Photovoltaik
  1. Blogger
    12:50 Uhr am 1.9.2011

    Für die Region und dann nicht mal einheimische Arbeitskräfte… schon sehr dreißt, wenn ihr mich fragt! Wie ich sehe laufen bei euch ja schon die beiden Gelddruckmaschinen auf vollen Touren. Haltet auf jeden Fall weiter dagegen, wird nicht das letzte sein was euch treffen wird, wenn es kommt dann immer dicke. Weiterhin viel Erfolg!

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