Blockade führt zu Medienaufgebot und Polizeieinsätzen

Die gestern stattgefundene Blockade des Flurbereinigungsweges von der Ortschaft Döllnitz in Richtung der Biogasanlage führte zu einem Medienaufgebot und diversen Polizeieinsätzen. Grund für diese Aktion der besonderen Art war ein geplanter Transport eines sehr schweren Transformatorgebäudes und des dafür benötigten 80t Krans.

Überbelastung und mögliche Schäden an der Fernwärmeleitung

Im Laufe dieser Woche wurden bereits mehrere bis zur Oberkante belandene LKWs gesichtet, welche den nur für landwirtschaftliche Zwecke vorgesehenen Weg als Transportstrecke zur Freiflächen-Photovoltaikanlage der Solaris GmbH nutzten. Durch das enorme Gewicht sind hier bereits erste Schäden an dem nur gering befestigten Weg auszumachen.

Wenn es nach dem Willen der Photovoltaikbesitzer geht, so soll genau diese Strecke ein weiteres Mal für eine noch größere Last genutzt werden. Es handelt sich hierbei um ein Transformatorgebäude und einen 80t Kran, welche in ihrer Summe ein definitiv zu großes Gewicht darstellen.

Wege können zwar kostspielig erneuert werden, jedoch befindet sich unter dieser Strecke die Fernwärmeleitung der Wärmeleitung Döllnitz GbR, welche ausschließlich durch private Mittel finanziert wurde. Kurzfristige bis langfristige Schäden sind bei einer möglichen Fahrt mehr als denkbar und zu erwarten!

Während der momentan laufenden Heizperiode könnten somit bis zu 13 Haushalte ohne funktionierende Wärmeversorgung dem Wetter ausgeliefert sein.

Der Vorschlag der Benutzung von Stahlplatten zur Schohnung der Fernwärmeleitung wurde bereits im Vorfeld angesprochen, jedoch wurde von einem Einsatz am gestrigen Tage aus Kostengründen und Umständlichkeit für die ausführende Baufirma nicht ausgegangen. Die Definition von Stahlplatten lässt ebenfalls großen Spielraum zu, somit könnte ein sichtbares optisches Absinken des Weges zwar entfallen, jedoch gibt es keine Garantie das es nicht zu unsichtbare Schäden kommen kann. Wer hierfür die gegebenenfalls enstehenden Kosten trägt ist weiterhin fraglich.

Hausaufgaben wurden nicht gemacht

In den Augen der Gesellschafter der Wärmeleitung Döllnitz GbR erledigte die Stadt Pressath ihre Hausaufgaben bezüglich des Ausbaus des Industriegebietes nicht oder nur zum Teil gewissenhaft. Angelegenheiten dieser Größenordnung gehören sich bereits im Vorfeld ausführlich diskutiert und ausgearbeitet. Ein Gespräch mit den Besitzern des Weges über eine mögliche Nutzung oder Alternativen fand zu keinem Zeitpunkt statt. Die fehlende Zufahrt zum geplanten Aufstellort des Transformators wäre bei korrekter und gewissenhafter Planung leicht über das eigene Grundstück der Freiflächen-Photovoltaikanlage möglich gewesen, so die Meinung der Protestierenden.

David gegen Goliath?

Bereits während der vergangenen Bauphase führten diverse Grundstücksüberschreitungen durch die ausführende Baufirma zu Konflikten mit betroffenen Grundstückbesitzern. Das direkt angrenzende und bereits landwirtschaftlich bestellte Grundstück wurde ungefragt und ohne rechtliche Grundlage als Ablademöglichkeit für laufende Erdarbeiten genutzt.

Darüber hinaus wurde durch die angesprochene Baufirma am nord-west gelegenen Teil der Freiflächen-Photovoltaikanlage ein Erdaushub vorgenommen und anschließend mit einer großen Mengen an Schotter verdichtet. Ein Teil dieser Fläche gehört ebenfalls nicht zum Grundstück der Solaris GmbH und macht eine weitere Bewirtschaftung dieses Teilstückes durch den Besitzer unmöglich. Nach aktueller Beurteilung der Lage bleibt der Besitzer möglicherweise auf dem enstandenen Schaden sitzen.

Anrufe bezüglich dieser Vergehen bei der zuständigen Polizeidirektion, der Stadt Pressath und dem Landratsamt Neustadt a.d. Waldnaab führt immer zu einer ähnlichen Antwort… Wir sind dafür nicht zuständig!

Während der Blockade des Flurbereinigungsweges seitens der Einwohner der Ortschaft Döllnitz wurde durch den Investor bzw. Bauherren ebenfalls die Polizei alamiert und in aller Kürze der Sachverhalt vorgetragen. Ein Streifenwagen war nur in wenigen Minuten vor Ort!

“Drohungen” mit Schadenersatz

Ein konstruktives Gespräch, welches im Vorfeld der Baumaßnahme stattfinden hätte müssen, wurde Seitens der Solaris GmbH nicht angestrebt. Somit wurden die angesprochenen Grundstücksüberschreitungen ohne Zustimmung der Besitzer durchgeführt. Für weiteren Ärger sorgt nun die knappe, aber jedoch prägnante sinngemäß wiedergebenen Aussage des Vertreters der Solaris GmbH… “Insofern die Blockade weiterhin anhält, droht den ausführenden Personen ein Schadenersatz in einer noch unbekannten Höhe”.

Stockender Informationsfluss

Vor dieser Protestaktion führte ein “stillschweigend” durchgeführter Wechsel des Investors zu weiteren Unruhen unter den Gegner der Freiflächen-Photovoltaikanlage. Betroffene Personen wurden erst in “letzter Minute” informiert und ausführliche Gespräche fanden zum Bedauern der Anlieger nicht statt.

Bei Vertragsabschlüssen sollte von einer gewissen Komprimissbereitsschaft und der Zustimmung aller Seiten ausgegangen werden. Im Industriegebiet Döllnitz verhält es sich jedoch anders und dies steht im direkten Gegensatz zu den Grundsätzen eines sozialen und verträglichen Miteinanders.

In den Medien wurde durch den Vertreter der Stadt Pressath von einer zu späten Kontakt bzw. Protestaufnahme gesprochen. Dieser Aussage können die meisten Bewohner der Ortschaft nicht zustimmen, denn der Widerstand formierte sich bereits frühzeitig und unmittelbar nach Bekanntwerden der möglichen zweiten Freiflächen-Photovoltaikanlage im Industriegebiet. Begleitet wurde dieser Protest durch diverse Gerichtsverfahren, Einsprüche und Meldungen in den Medien.

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Vorfall führt zu regem Interesse bei den Medien

Die angesprochene Blockade sorgte für die Anwesenheit von Vertretern der örtlichen Tageszeitung und des lokalen TV-Senders Oberpfalz TV (OTV). Die ausführlichen Meldungen können sie unter den folgenden Links der entsprechenden Medien einsehen und weiterhin verfolgen.

Links

Nachtrag

Der Neue Tag berichtet ebenfalls in seiner Onlineausgabe. Der vollständige Artikel ist auf seiner Internetpräsenz zu finden.


  1. Mario Bergler
    14:20 Uhr am 12.23.2010

    Hallo ihr Döllnitzer,

    ich bin vor einigen Tagen an euerer Ortschaft vorbeigefahren und muss sagen schön ist etwas anderes. So wie ich das gesehen habe sind diese Photovoltaikplatten schief montiert. Wird hier nichts ausgemessen und anschließend gerade gebaut? Pfusch, wenn ihr mich fragt!

    Für mich sieht es so aus, als würde die Führung der Stadt nicht sonderlich gut auf seine Bürger schauen. Vielleicht reagieren die Wähler und setzen ein Zeichen!

    Macht auf jeden Fall weiter so und haltet mich auf dem Laufenden.

    Viele Grüße

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